Analytik

Wasser und seine Geheimnisse

Grenzwerte und Vorgaben regeln die Beschaffenheit des Wassers. Abhängig von Nutzung und Einsatz sind unterschiedliche Qualitäten für

  • Trinkwasser
  • Badebeckenwasser
  • Kühlwasser
  • Befüllwasser (Heizung)

gefordert. Gezielte Wasseranalysen ermöglichen dem Verantwortlichen Hinweise zu erhalten auf

  • Gesundheitsgefährdung
  • Schadensursachen
  • Erfolg und Nachhaltigkeit von Sanierungsmaßnahmen (baulich, verfahrenstechnisch oder baulich)
  • Verwendbarkeit
  • mögliche Einflüsse in der Standzeit der technischen Anlagen (z.B. durch Korrosion)

Zur Feststellung der Zusammensetzung des zu untersuchenden Wassers stehen von Probenahme bis zur Wasseranalyse entsprechende Experten mit Rat und Tat zur Verfügung. Sachverständige Hilfestellungen von Planung bis zur Bewertung der Analysenergebnisse ist Grundlage eines bestimmungsgemäßen und hygienegerechten Betriebs einer Trinkwasseranlage.

Probenahme und Laboranalytik erfolgen nach allgemein anerkannten Regeln der Technik in Laboren mit Qualitätsmanagement nach DIN EN 17025 oder GLP.

Mikrobiologische Parameter

Die wichtigsten mikrobiologischen Parameter für eine hygienisch-sanitäre Beurteilung oder ein Qualitätsurteil eines Wassers sind:

Gesamtzellzahl 36°C / 22°C

Dient dazu jene Keime nachzuweisen, die zur wärmeliebenden Flora menschlichen oder tierischen Ursprungs gehören, aber auch in oberflächlichen Bodenschichten vorkommen können. Für diesen Parameter gibt es keinen Grenzwert, jedoch einen Richtwert von 10 KBE (Kolonie bildende Einheiten) pro 1 ml Wasserprobe. Für in Flaschen abgefülltes Wasser gilt ein Grenzwert von 20 KBE/ml.

Damit weist man sporenbildende, chromogene und Fäulnis erregende Mikroorganismen nach, die in oberflächlichen Bodenschichten und in feuchten Lebensräumen häufig vorkommen. Ähnlich wie bei der Koloniezahl bei 37° C gibt es auch für diesen Parameter keinen Grenzwert, sondern nur einen Richtwert. Dieser beträgt 100 KBE pro 1 ml untersuchter Probe. Für in Flaschen abgefülltes Wasser gilt ein Grenzwert von 100 KBE/ml.

Legionellen

Legionellen sind in der Natur verbreitet. Gelangen sie jedoch aus Flüssen, Seen, Thermalquellen, natürlichen Wasserspeichern usw. in das Wasserleitungsnetz (öffentliches Leitungssystem, Leitungen in Gebäuden, Klimaanlagen, Schwimmbäder, Brunnen und Kühltürme von Industrieanlagen) und breiten sie sich dort aus, werden sie zu einem Problem für die Gesundheit. In Wasserleitungen treten Legionellen sowohl frei als auch in Biofilmen auf. Biofilme bestehen aus organischer Substanz, die die Mikroorganismen (Bakterien, Algen, Protozoen, Viren usw.) vor Bioziden (bakterienabtötende oder -hemmende Mittel) schützt.

Legionellen verursachen beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder, von grippeartigen Beschwerden bis zu schweren Lungenentzündungen. Infektionen der Atemwege werden durch das Einatmen von erregerhaltigen Tröpfchen (Wasserdampf, zerstäubtes und vernebeltes Wasser) verursacht. Dusch- oder Wasserhähne, Luftbefeuchter, Kühltürme und Klimaanlagen, Whirlpools und Brunnen gelten deshalb als mögliche Ansteckungsquellen. Die sogenannte "Legionellose”, eine schwere Form der Lungenentzündung, gefährdet vor allem Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem. Die für Erkrankungen des Menschen bedeutsamste Bakterienart ist Legionella pneumophila.

Mikrobiologische Standarduntersuchung

Die mikrobiologische Standarduntersuchung für Kaltwasser umfasst folgende Parameter: Coliforme Keime, Escherichia coli und die Gesamtkeimzahl bei 36° und bei 22°C.

Damit die Bakterien im Labor rasch wachsen, werden sie bei geeigneter Temperatur auf sogenannten Nährböden herangezüchtet. Prinzipiell unterscheidet man zwischen nährstoffreichen Anreichungsmedien, die das Wachstum von möglichst vielen und verschiedenen Keimen ermöglichen, und Selektivmedien, die an die Bedürfnisse eines bestimmten Keimes angepasst sind und zur Isolierung eines Keimes dienen.

Die mikrobiologische Standarduntersuchung für Warmwasser umfasst den Parameter Legionella spec..

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